Portrait

“Freue mich auf den Aufbau”

Die Tiefbauarbeiten auf dem Festgelände haben am 6. Mai begonnen und am 17. Juni geht der Arena-Aufbau los. Franz Aebli wird Projektleiter vor Ort sein und ist zusammen mit seinem Stellvertreter André Hartmann für den Auf- und Abbau sämtlicher Bauten verantwortlich  Franz Aebli, Geschäftsführer der Landis Bau AG freut sich, dass es nun los geht. In der Abteilung Infrastruktur ist der gebürtige Glarner Ressortleiter Bau und Stellvertreter des Abteilungsleiters Walter Lötscher. «Walti hat zusammen mit seinem Team den ganzen Aufbau der gesamten Infrastruktur top vorbereitet», erklärt Aebli. Die Abteilung ist professionell geführt, was für alle involvierten Ressortleiter von der Planung über den Bau bis hin zum Sanitär, zum Elektriker und zur Entsorgung enorm wichtig sei. «Die Abteilung Infrastruktur harmoniert sehr gut», freut sich Aebli.

Franz Aebli wohnt seit acht Jahren im Kanton Zug, bis dahin hatte er Zug nicht auf dem Radar.

«Ich war vor meinem Zuzug ins Zugerland noch nie hier»,

meint er fast etwas entschuldigend.

Er ist im Kanton Glarus aufgewachsen. Seine Eltern führten einen Bauernhof und sein Vater hatte in jungen Jahren auch geschwungen. Er selber war Nationalturner. Mit 17 Jahren war diese Karriere allerdings bereits vorbei; der Handballsport hatte es ihm mehr angetan.

Seine Lehre zum Tiefbauzeichner absolvierte Franz Aebli in Glarus. Später wechselte er an die Hochschule für Technik in Rapperswil und bildete sich zum Bauingenieur FH und später berufsbegleitend zum Wirtschaftsingenieur FH weiter. Während zwei Jahren war er im Kanton Jura im Tunnelbau tätig, bevor der passionierte Berggänger für 6 Jahre die Schweiz Richtung Berlin verliess, wo er für eine Glarner Baufirma und anschliessend für die Strabag Berlin als Projektleiter arbeitete. Zurück in der Schweiz arbeitete Aebli für ein Bauunternehmen in Zürich.

Den Weg nach Zug fand er dank seiner heutigen Stelle als Geschäftsführer bei der Landis Bau AG. «Ich habe mich sehr gut eingelebt hier. Zug und Glarus haben viele Ähnlichkeiten». Beide Kantone seien klein, überschaubar und sympathisch. Er hat schnell Kontakte geknüpft; geholfen hat ihm dabei seine offene Art. Franz Aebli bringt sich gerne ein an seinem jeweiligen Wohnort; er will mitwirken und etwas bewegen. Kürzlich wurde er zum Präsidenten des Zuger Baumeisterverbandes gewählt. «Ich möchte nicht nur hier wohnen, sondern ein Teil davon sein». So hat er sich bereits vor der Vergabe beim Initiativkomitee ESAF Zug gemeldet.

«Als ich hörte, dass Bestrebungen da sind, das Eidgenössische nach Zug zu holen, wusste ich, dass ich Teil des OK’s sein möchte. Ich wollte mithelfen bei diesem grossen Anlass».

Neben seiner Aufgabe in der Abteilung Infrastruktur hat er noch einen zweiten Hut auf. Die Firma Landis Bau ist zusammen mit der Firma Jego Munipartner. Dieses Engagement bedeutet zusätzliche Arbeit, die er anfangs etwas unterschätzt hat. «Trotz den Aufwänden hatten wir als Munipartner schon viele tolle Erlebnisse und es werden noch viele folgen», ist er überzeugt. „Wir freuen uns sehr, wie prächtig sich unser Siegermuni Kolin bisher entwickelt hat“.

Zuerst wartet aber der Aufbau der Arena und alle anderen Bauten auf ihn. Eine grosse Herausforderung ist die Koordination von allen Beteiligten wie Armee, Zivilschutz und den Staplerfahrern, die sie selber rekrutiert haben. Die ganze Logistik muss passen. An Spitzentagen werden von uns bis zu 200 Leute auf dem Platz sein. Für den Aufbau sind acht Wochen eingeplant; der Abbau erfolgt in drei Wochen. «Da muss in kurzer Zeit sehr viel passieren».

«Wichtig ist für uns, den Auf- und Abbau mit möglichst wenig Immissionen für die Anwohner und die Umgebung, sowie termingerecht zu realisieren», erklärt Aebli. Oberste Priorität hat aber dabei die Arbeitssicherheit. Wir hoffen, dass wir den Auf- wie auch den Abbau unfallfrei  über die Bühne bringen.

 

Foto und Text: Brigitte Huwyler

 

 

Erfrischung aus dem Zytturm

Auf dem Werkhof der Korporation Zug hoch oben auf dem Zugerberg herrscht reger Betrieb. Es wir gesägt, geschnitzt, geschliffen und poliert; dies mit grosser Sorgfalt und Konzentration. Denn hier entstehen vier wichtige Akteure des Schwingfestes: Die Brunnen für den Schwingplatz. An ihnen werden sich die Schwinger erfrischen und sich auf den Gang im Sägemehl vorbereiten; dies natürlich auch vor dem Schlussgang. Die Brunnen werden immer wieder im Rampenlicht stehen, das ist sich auch Daniel Züsli bewusst, der die Figuren der Brunnen schnitzt: „Es ist eine riesige Ehre fürs Eidgenössische die Brunnen schnitzen zu dürfen. Aber natürlich ist dies auch keine leichte Aufgabe.

Ich merke schon, dass ich viel vorsichtiger vorgehe als bei meinen sonstigen Arbeiten. Hier überlege ich schon zweimal, bevor ich das Schnitzmesser ansetze.“

 

Zuger Sujet

Daniel Züsli

Daniel Züsli hat die Schule für Holzbildhauerei in Brienz besucht und besitzt nun seit drei Jahren sein eigenes Atelier in Cham. Zum Auftrag ist er durch einen Kollegen gekommen, der bei der Korporation Zug arbeitet. Zusammen mit dem Präsidialausschuss ESAF 2019 wurden zuerst verschiedene seiner Skizzen diskutiert, bevor man sich auf vier Sujets für die Brunnen einigte: Zwei Zyttürme, einen Alphornbläser und einen wassertrinkenden Schwinger. Die beiden Zyttürme und der Alphornbläser sind bereits fertig geschnitzt; der Schwinger ist in Arbeit. Für die Schnitzarbeit alleine benötigt der 33-jährige ungefähr eine Woche. Danach wird die Figur noch bemalt und poliert. Die Strukturen des Holzes sollten aber auf jeden Fall noch zu erkennen sein. Welches Holz genau verwendet wird, spielt für ihn keine grosse Rolle. Nur harzen sollte es nicht zu stark. Schliesslich kommen am Fest immer wieder Schwinger und Kinder mit dem Brunnen in Kontakt. Das wichtigste Kriterium jedoch ist, dass das Holz aus der Region stammt. Für die vier Brunnen verwendet die Korporation Zug ausschliesslich Fichten, Weisstannen und Douglasien aus dem eigenen Forstbestand.

Zuger Holz

Wendelin Hürlimann mit der Motorsäge

So stammt auch die Weisstanne, die gerade vor Wendelin Hürlimann liegt, aus dem eigenen Wald. Gefällt wurde sie erst vor kurzen, was an der hellen Farbe des Holzes erkennbar ist. Wendelin Hürlimann ist Förster von Hauptberuf, er fertig aber immer mal wieder Brunnentröge an für Höfe. Für ein Schwingfest bis jetzt aber noch nie. Auch er sieht die Arbeit daran als grosse Ehre und meint schmunzelnd: „Es ist schon ein Unterschied, ob man einen Brunnen fürs ESAF 2019 herstellt oder fürs Vieh im Stall. Ich gebe mir viel mehr Mühe, und das sowohl beim Aushöhlen mit der Motorsäge als auch beim Polieren.“ Am Fest werden drei der vier Brunnen in der Arena zu sehen sein, der vierte steht im Schwingercamp. Verschraubt werden die ungefähr eine Tonne schweren Brunnen erst vor Ort. Mit Wasser gefüllt aber schon davor.

„Ist der Brunnentrog fertig, muss er sofort mit Wasser gefüllt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass er reisst. Ist ein Brunnen ständig mit Wasser gefüllt, kann er gut 12-15 Jahre alt werden“,

erklärt Clemens Weiss, Revierförster der Korporation Zug.

Brunnen im Mittelpunkt

Im Werkhof der Korporation Zug arbeiten sieben Forstangestellte. Neben den Brunnen werden hier auch Stehtische fürs Schwingfest hergestellt. Für Clemens Weiss ist der Auftrag des Eidgenössischen Schwingfest ein Glücksfall: „Nur vom Wald alleine können wir nicht existieren; das Holz muss auch verarbeitet werden können.“ Neben ihm, Daniel Züsli und Wendelin Hürlimann sind heute noch Cedric Iten und René Amstad anwesend. Gemeinsam heben die fünf das Alphorn zum Bläser hin, um zu zeigen wie dieser Brunnen schlussendlich aussehen wird. Das Spezielle an diesem Brunnen wird sein, dass das Wasser aus dem Alphorn fliessen wird.

Die vier Brunnen sind schon bald bereit für ihren grossen Auftritt. Ob sich der künftige Schwingerkönig am Zytturm, Alphornbläser oder am Schwinger für den Schlussgang bereit macht, bleibt bis zuletzt offen. Die Arbeit dieser fünf Männer wird aber so oder so bestaunt werden. Und das zu Recht.

Text und Fotos: Séverine Huwyler

Mehr Infos zum Künstler Daniel Züsli (daniel-zuesli.ch) und zur Korporation Zug (korporation-zug.ch)

 

Die Jüngste bringt es auf den Plan

Renja Beck sitzt am Pult ihres Büros in Baar. Vor ihr sind zwei Bildschirme platziert; der eine ist riesig, der andere etwas kleiner. Die geöffnete Datei zeigt einen Ausschnitt des grossen Festgeländes, wo im August das ESAF 2019 stattfinden wird. Auf den Planquadraten ist jedes Detail eingezeichnet, sogar die Sonnenschirme hat sie inzwischen platziert.

Renja Beck ist Diplomierte Zeichnerin Fachrichtung Architektur und arbeitet seit sechs Jahren bei Vonplon Architektur AG. Sie hat hier ihre Lehre gemacht und hat vor einem halben Jahr die Ausbildung zur Technikerin Bauplanung an der Höheren Fachschule begonnen. Drei Jahre Ausbildung liegen noch vor ihr.

Die 22-jährige ist die Jüngste im OK. Sie ist Stellvertreterin des Ressortleiters Planung, Mario Vonplon, der ihr Chef ist. Die ersten Pläne, die noch vor der definitiven Vergabe anlässlich der AV in Basel entstanden sind, hat ihr Chef gezeichnet. Damals ging es in erster Linie darum, die Arena zu platzieren und die Platzverhältnisse abzuchecken. Nach der definitiven Vergabe im März 2015 ging es dann ans Eingemachte. Gemeinsam mit dem Bauchef Walter Lötscher, als dessen rechte Hand sie sich bezeichnet, erweiterte sie den Plan, der von Monat zu Monat detailgetreuer wurde. Vom Bauchef kommen die Informationen wie Grösse und Standortangaben. „Es kam auch mal vor, dass ich sagte, dass dies so nicht funktioniert“, erzählt sie. Oder die Abteilung Sicherheit hat ihr Veto eingelegt. „Dann haben wir gemeinsam nach einer machbaren Lösung gesucht“. Sie finde es spannend, aus dem vorhandenen Platz das Optimum herauszuholen, so dass es am Schluss für alle stimmt. Bei ihr laufen die Fäden zusammen. Für die Gestaltung der Festmeile zum Beispiel waren die Inputs und die Erfahrung des Abteilungsleiters Fest, Carlo Bommes gefragt. So entwickelte sich der Plan weiter und das Festgelände nahm immer mehr Gestalt an. Für die Zeichnerin, die in Steinhausen aufgewachsen ist, ist es ein grosser Vorteil, dass sie das Gelände und die Umgebung im Herti gut kennt. Als Fussballerin kennt sie die Umgebung auf und rund um die Fussballplätze gut. „Der Festperimeter ist ja nicht auf einer grünen Wiese. “Beim Zeichnen hat es mir sehr geholfen, dass ich die Umgebung schon gekannt habe. Ich wusste, wo gewisse Hindernisse stehen oder ob es genügend Platz hat“, erklärt sie.

Das Zeichnen des Festgeländeplanes findet sie eine interessante und herausfordernde Aufgabe.

„Die Dimensionen sind viel grösser, als bei meiner sonstigen Arbeit, bei der ich Ausführungspläne zeichne“.

So sind die Masse nicht mm oder cm wie sonst, sondern m und km. Auch sei ein anderes Denken gefordert, vor allem bezüglich Sicherheit.

Im Moment landen nur noch kleine Änderungen auf ihrem Pult. Zurzeit ist sie an der Detailarbeit, wie Sonnenschirme und Festbänke einzeichnen. Sie freut sich, das Festgelände dereinst eins zu eins zu erleben. „Es ist anders als bei einem Haus, bei dem man beim Zeichnen schon weiss wie es aussehen wird, wenn es oben ist“, meint sie.

Einen Bezug zum Schwingen hatte sie bis anhin nicht; so war sie auch noch nie an einem Schwingfest. Dies wird sie nun nachholen und das diesjährige Zuger Kantonalschwingfest in Rotkreuz besuchen. Die Arbeit im OK hat ihr Interesse für den Schwingsport geweckt. Das Eidgenössische wird sie von der Tribüne aus geniessen können, denn dann ist ihre Arbeit getan.

 

Bild und Text: Brigitte Huwyler

Pilot landet beim Schwingen

So hektisch hatte sich Erich Scherer sein Leben nach der Pensionierung eigentlich nicht vorgestellt. Der 60jährgie gebürtige Zuger war während 37 Jahren bei der Swissair und Swiss als Pilot tätig. Ende 2017 ging er in Pension und sein Ziel war es an der Universität Geschichte zu studieren und die freie Zeit mit seiner Frau und seinen beiden Enkelkindern zu geniessen. Diese Vorhaben müssen nun noch etwas warten, denn Erich Scherer ist stark gefordert in der Abteilung Sicherheit. Der Abteilungsleiter Reto Steinmann hatte ihn für das Ressort Sicherheitsplanung angefragt, und er hat diese Herausforderung gerne angenommen. Dass dies so zeitintensiv werden und einem 50 % Arbeitspensum entsprechen würde, hätte er nicht gedacht. „Ich wende viel Zeit auf, das ist so. Doch es ist absehbar“, meint er schmunzelnd. Die Aufgabe sei sehr interessant, er lerne viel Neues und treffe viele interessante Leute. Es freue ihn, Teil des OK’s zu sein.

Erich Scherer, der bis anhin die Eidgenössischen Schwingfeste am Fernsehen mitverfolgte, und nur einmal auf der Rigi live an einem Schwingfest war, liebt als Schwyzerörgelispieler das Traditionelle und die Atmosphäre an Schwingfesten.

Nützliche Erfahrungen

Seine Erfahrungen, die er bei seinen zahlreichen Flügen gemacht hat, kann er nun einbringen, vor allem im Bereich Risikomanagement, auch wenn die Ausgangslage eine andere ist.

„Als Pilot kommt man immer wieder an Punkte, bei denen man das Risiko einschätzen und eine schnelle Entscheidung treffen muss“.

Nun müssen er und sein Team zusammen mit Fachleuten die Risiken am ESAF Zug ab- und einschätzen. Die Abteilung Sicherheit arbeitet eng mit den Blaulichtorganisationen zusammen. Viele Entscheide, welche das OK fällt, werden geprüft. Sind die Wege genug breit, hat es genügend Fluchträume, wo könnte es Engpässe geben, sind die Beschilderung und die Beleuchtung ausreichend usw. Die grösste Schwierigkeit sei es, rechtzeitig an die Informationen zu kommen, damit man mit der Intervention nicht zu spät sei. „Wir müssen immer jeden Schritt zu Ende denken, jede Eventualität einbeziehen“, erklärt Scherer und gibt zu, dass er manchmal schlecht schlafe. Er spüre die grosse Verantwortung und manchmal frage er sich, was er hier überhaupt mache. „Es ist eine Berg- und Talfahrt“, meint er. Kaum habe man eine Schwierigkeit gemeistert, stehe das nächste Problem an.

Austauch ist wichtig

Er trifft sich einmal wöchentlich mit seinem Teamkollegen Sepp Käppeli, einem ehemaligen Polizisten, um alles zu analysieren und durchzuspielen. Dann wieder treffen sie sich mit anderen Abteilungen zu Schnittstellenmeetings. Oft seien sie die bösen Buben, weil sie nicht alles gutheissen, was geplant wird. Sie legen ihr Veto ein und suchen mit den OK-Kollegen nach einer Lösung. Er bezeichnet sich selber als Perfektionisten. „Wie alle Piloten eben“, schiebt er nach.

Die Arbeit wird bis zum Fest noch zunehmen. Er hofft, dass sich die allgemeine Sicherheitslage nicht verschlechtert, denn dies würde bedeuten, dass mit neuen Vorschriften zu rechnen ist. Am Montag nach dem Fest wird er, der das Fliegen noch nie vermisst hat wieder ruhig schlafen können und sich freuen auf eine längere Reise mit seiner Frau. Dann wird er endlich wieder Zeit haben zu lesen, denn Bücher sind seine grosse Leidenschaft und in ferner Zukunft möchte er sein Projekt, eine digitale Eisenbahn zu bauen, verwirklichen. Langweilig wird es ihm nach dem Fest bestimmt nicht. Aber zuerst bringt er nun seine Arbeit beim ESAF Zug zu Ende und freut sich auf ein gelungenes Fest.

Text und Foto: Brigitte Huwyler

Erfahrene Camper

Leo Annen, Ernst Iten und Lukas Zahno sind verantwortlich für den Campingplatz beim ESAF 2019 Zug. Die Drei sind erfahrene Camper. «Wir campen immer an den Eidgenössischen Schwingfesten», erzählen sie. Daher wissen sie genau, was es zu beachten gilt und was wichtig ist. «Sauber muss der Platz sein, vor allem die sanitären Anlagen», sind sie sich einig.

Alle Drei haben einen langen Bezug zum Schwingsport. Leo Annen und Ernst Iten sind schon als Kinder dem Schwingclub Oberwil beigetreten. Sie sind im gleichen Alter und haben sozusagen ihre Schwingkarriere gemeinsam absolviert. «Mehr oder weniger erfolgreich», wie sie beide mit einem Schmunzeln erzählen. Lukas Zahno kennt den Schwingsport «nur» als Zuschauer. Dabei lernte er immer mehr Kollegen aus dem Schwingsport-Umfeld kennen. Er stichelt mit einem breiten Grinsen: «Eines haben wir gemeinsam: Wir sind alle Nichtkranzer».

Mit der Planung «ihres Campingplatzes» haben sie schon früh begonnen. Die grösste Herausforderung war die Landsuche. Im dicht besiedelten Kanton Zug kein einfaches Unterfangen. Der Ressortleiter Camping, Leo Annen ist gelernter Bauer und kennt von seiner Tätigkeit als Futtermittelberater im Aussendienst bei der Firma Multiforsa alle Bauern der Stadt Zug. Insbesondere die Landbesitzer und Pächter im Festperimeter, weil er in der Nähe aufgewachsen ist. Dies ist natürlich ein Glücksfall.

«Wir sind bei den Bauern auf offene Ohren gestossen und sind sehr dankbar dafür. Die Lage des Platzes könnte besser nicht sein», freut sich Leo Annen.

Nachdem die Landflächen gefunden und die Verträge unterschrieben waren, ging es an die Grobplanung. Platzerschliessung, sanitäre Anlagen, Entsorgung, Sicherheit, Verkehr und vieles mehr floss ein. Dafür fanden diverse übergreifende Sitzungen mit den involvierten Abteilungen statt. Die Grösse des Campingplatzes entspricht in etwa demjenigen in Burgdorf. Sie haben sich daher stark an das Konzept von Burgdorf anlehnen können.

Neue Wege gingen sie bei der Reservation, welche nur online möglich ist. Bis zur Aufschaltung des Booking-Tools auf der Website brauchte es ein paar Sitzungen. Nun sind sie glücklich, dass es läuft. Der ausgebildete Betriebsökonom Lukas Zahno leistet die administrative Arbeit, worüber seine Kollegen froh sind.

«Es gibt einige Mails zu beantworten. Manchmal nehmen sich die Leute halt nicht die Zeit, die Informationen auf der Website zu lesen», erzählt er.

Die Anfragen für Grosszelte kommen ebenfalls bei ihm rein. Er versuche, wenn immer möglich innerhalb von 24 Stunden zu antworten. Wie alle im OK, leistet er diese Arbeit neben seiner 100%igen Berufstätigkeit.

Effizienz ist auch am Fest ihr Anspruch. Wenn ab Donnerstag die ersten Camper und Zeltler in Zug ankommen, soll die Abwicklung schnell und effizient gehen.

«Wir möchten möglichst wenig Rückstau», erklärt Ernst Iten.

Dafür sorgen soll das codierte Ticket, das mit einem Gerät erfasst und kontrolliert wird. «Wer kein Ticket hat, kommt gar nicht in die Campingeinfahrt rein», so Iten.

Die Drei wissen genau, wie es auf dem Campingplatz funktionieren soll. Es gibt nur etwas, das ihnen etwas Sorgen bereitet. Das Wetter. «Der Boden ist in Seenähe etwas sumpfig, daher können wir keine Nässe gebrauchen», erklärt Annen. «Es wird schön sein, mach dir keine Gedanken», beruhigen in seine Kollegen.

Bildlegende von li nach re: Lukas Zahno, Leo Annen und Ernst Iten

Reservation Campingplatz

Text und Bild: Brigitte Huwyler

Gabenchef mit Herzblut

Der Baarer Kurt Häfliger ist Gabenchef beim ESAF 2019 Zug. Er hat diese Aufgabe nicht gesucht, ist aber stolz, dass er dieses Amt übernehmen durfte. Eine Herkulesaufgabe, die er als erfahrener Gabenchef mit Herzblut meistert, aber, er hätte nicht gedacht, dass der Aufwand so gross sein würde. «Sicher 10-mal mehr als bei einem Teilverbandsfest», schätzt er. Seit einem Jahr wendet der 60jährige zum Teil bis zu 20 Stunden pro Woche für sein Amt auf.

Ihm ist eine persönliche Begegnung mit den Gabenspendern wichtig. Dafür investiert er viel Zeit und reist in der ganzen Schweiz umher.

«Als ich das Amt übernommen habe, habe ich mir auf die Fahne geschrieben, die Gabenspender persönlich kennenzulernen. Ich bin überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt», erzählt Häfliger.

Und seine Erfahrung zeigt, dass dies sehr geschätzt wird. «Es entstehen immer gute Gespräche und ich lerne viele neue und interessante Leute kenne». Sein Arbeitstätigkeit bei der Firma Amstutz in Eschenbach, wo er als Verkaufsleiter tätig ist, lässt diesen grossen Einsatz zu. «Ich bin viel unterwegs, so lassen sich die Besuche teilweise verbinden». Er habe dies mit seinem Chef abgesprochen, aber natürlich gehen auch Ferientage drauf. Für Besuche, für die er einen ganzen Tag unterwegs ist, nimmt er frei.

Schon früh mit Schwing-Virus infiziert

Kurt Häfliger ist seit seiner Kindheit mit dem Schwingsport verbunden. Im Alter von 12 Jahren stand er das erste Mal im Schwingkeller. Mit 23 Jahren hat er die Schwinghosen an den Nagel gehängt und trat ein paar Jahre später dem Vorstand des Schwingclubs Zug und Umgebung bei, wo er 20 Jahre amtete. Viele Jahre war er OK-Präsident des Baarer Abendschwingens und 1989 war er das erste Mal Mitglied eines Gabenkomitees; beim Innerschweizerischen Schwingfest- und Älplerfest in Baar. Von da an war er an jedem Kantonalschwingfest, welches sein Klub organisierte, Gabenchef. 2009 war Baar wieder Durchführungsort des Innerschweizer-Teilverbandfestes. Nach diesem Grossanlass hat er das Zepter einem Jüngeren übergeben. «Dass ich mal Gabenchef an einem Eidgenössischen Schwingfest sein könnte, hätte ich mir damals nicht träumen lassen», meint der Vater von zwei Söhnen.

Erfahrenes Team

Sein Gabenkomitee setzt sich aus den erfahrenen Gabenchefs der vier Zuger Schwingclubs zusammen sowie Helfern für die administrative Arbeit. Sie haben die Zentralschweiz in Regionen aufgeteilt. «Jeder Gabenchef fragt seine treuen Gabenspender an. So können wir sicherstellen, dass niemand vergessen geht». Die überregionalen Gabenspender übernahm Häfliger.

Das Team ist auf gutem Weg.

«Wir haben bald genug Gaben. Wir mussten den Spendern nicht nachrennen, was natürlich Luxus ist», erzählt er mit einem Lachen.

Viele Anfragen kommen auch über die Website rein. Seit einem Jahr sind sie am Sammeln; nun wird es etwas ruhiger. Bald folgt der nächste Schritt; der Einkauf der Preise.

Kurt Häfliger hat sich umgehört, welche Gaben beliebt sind und herausgefunden, dass an einem Eidgenössischen Schwingfest nicht der Geldwert, sondern viel mehr der Erinnerungswert an vorderster Stelle steht. Dies komme daher, dass die Teilnahme an einem Eidg. Schwingfest für viele Schwinger etwas Einmaliges sei, daher bekommt der Preis einen anderen Stellenwert. Das Komitee versucht nun, möglichst viele Gaben zu beschriften, so dass der Schwinger etwas Bleibendes hat. Nach wie vor sind auch traditionelle Preise sehr beliebt. Das Ziel sei es, einen guten Mix im Gabentempel zu haben.

Ab dem 9. August 2019 werden wir den Gabentempel bestaunen können. An diesem Tag ist Gabentempeleröffnung; die Arbeit von Kurt Häfliger und seinem Team wird aber noch längst nicht vorbei sein.

Funktion eines Gabenchefs:
Der Gabenchef steht dem Gabenkomitee vor. Das Team kontaktiert potenzielle Gabenspender, sucht Gabenspender und kauft die Gaben ein. Der Gabenchef organisiert alles, was es braucht, wenn zum Beispiel der Siegermuni oder andere Lebendpreise einen Auftritt haben wie zum Beispiel bei “Ein Jahr vor dem Fest”. Da brauchte es einen Stall, Personal, Tierarzt und vieles mehr. Vor dem Fest richtet das Gabenkomitee mit Helfern den Gabentempel ein und betreut diesen während den zwei Wochen.

Text und Foto: Brigitte Huwyler

Vom Chriesibaum zum Festabzeichen

„Ich bin stolz, dass ich die Festabzeichen fürs Eidgenössische Schwingfest in Zug mitproduzieren darf“, sagt eine über das ganze Gesicht strahlende Somari Kamer.

„Ich hoffe, dass die Leute viel Freude daran haben werden.“

Die gebürtige Nepalesin, aufgewachsen in der Schweiz, ist ein grosser Schwingsportfan. Man trifft sie an diversen Schwingfestanlässen in der Innerschweiz und immer am Bergfest auf der Rigi. Auch Eidg. Schwingfeste hat sie schon mehrmals besucht. Somari arbeitet in der zuwebe in Baar, wo die Festabzeichen in liebevoller Handarbeit hergestellt werden.

Jedes Abzeichen ist ein Unikat, hergestellt aus Zuger „Chriesiholz“. Die Sägerei liefert 5 m lange und 70 cm dicke Holzplatten an, die in der zuwebe zu Ein-Meter-Platten zugeschnitten und verarbeitet werden. Ein ganzer Stapel türmt sich vor der Tisch-Kreissäge auf. „Daraus stellen wir etwa 4000 Abzeichen her“, erklärt Patrick Helbling, der die Schreinerei-Werkstatt zusammen mit Werner Frick leitet. Das Team besteht aus zehn Mitarbeitenden, davon sind zwei Lernende.

In einem ersten Schritt trennt Adrian Besmer die Rinde ab und schneidet schmale Leisten zu. Den gehobelten Leisten werden dann die Längskanten gefast, das heisst, die Kanten werden gebrochen und in einem nächsten Schritt werden sie zu kleinen Plättchen zugeschnitten. Diese haben nun bereits Abzeichen-Grösse. Mit einem Brandstempel wird das ESAF 2019 Zug-Logo eingebrannt. Dies braucht Kraft, aber auch Feingefühl. „Man darf nicht zu lange drücken, aber auch nicht zu kurz“, so Patrick Helbling. Der Stempel wird begutachtet und das Abzeichen ausgemustert, sollte er nicht gelungen sein. Je nach Maserung des Holzes wird der Druck manchmal nicht wie gewünscht. Das Stempeln wird immer von den gleichen zwei Mitarbeitenden ausgeführt; bei den anderen Arbeitsschritten wird abgewechselt.

Nach dem die Abzeichen bedruckt sind, werden an der Bandschleifmaschine die Längskante geschliffen. Somari Kramer und Luca Stringari zeigen, wie die stumpfen und spitzen Winkel sowie die Längskanten gefast werden. Sie sind konzentriert und mit viel Eifer am Werk. Alois Betschart bohrt die Löcher für die Anstecknadel auf die Rückseite und erklärt, wie er die Plättchen einlegen muss, damit die Bohrungen an der richtigen Stelle sind. Somari brennt auf der Rückseite den Schriftzug zuwebe.ch ein und schon geht’s weiter zum Lernenden Nicolas Huber, der den Feinschliff macht. Er rundet von Hand die Ecken und Kanten ab. In einem nächsten Arbeitsschritt werden die Abzeichen geölt; der Stempel wirkt nun intensiver und die unterschiedlichen Holzmaserungen kommen zum Vorschein.

Zum Schluss schraubt Daniele Tuoto die Broschennadeln an, wofür Geschicklichkeit und Feinmotorik gefragt ist. Nun sind die Festabzeichen fertig und werden in Säcken abgepackt der Firma Adcom zugestellt, die den esafshop betreibt. Hier können die mit viel Liebe und Stolz hergestellten Festabzeichen bestellt werden.

Die zuwebe-Mitarbeitenden freuen sich, wenn sie das Abzeichen am Fest an vielen Besucherinnen und Besucher sehen werden.

Von links nach rechts: Patrick Helbling, Frezghi Teame, Werner Frick (hinten), Luca Stringari (vorne), Nicolas Armin Huber (hinten), Daniele Tuoto (vorne), Alois Betschart (hinten), Adrian Besmer, Somari Kamer

 

Über die zuwebe:

Die zuwebe ist eine führende Institution im Kanton Zug und bietet geschützte Wohn- Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Menschen mit einer geistigen und psychischen Beeinträchtigung an. An verschiedenen Standorten im Kanton Zug arbeiten und wohnen über 300 Menschen mit Beeinträchtigung. Mit attraktiven Ausbildungs- und Arbeitsangeboten in ganz unterschiedlichen Branchen bietet die zuwebe sinnstiftende und interessante Arbeitsplätze im geschützten Rahmen an. Zu den Kunden gehören Unternehmen aus Wirtschaft und Handel ebenso, wie Verwaltungen und Privatpersonen. Ziel der zuwebe ist es, Menschen mit Beeinträchtigung dabei zu unterstützen ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen. www.zuwebe.ch

Text und Fotos: Brigitte Huwyler

Galerie

 

Andrea Balmer kleidet die Ehrendamen ein

Die Freude bei Andrea Balmer war riesig, als sie hörte, dass das OK ESAF 2019 Zug entschieden hat, die Ehrendamen mit einer Zuger Festtagstracht einzukleiden. Nach dem Eidgenössischen in Estavayer hat sich die Trachtenkommission beim Zuger OK gemeldet, und den Wunsch geäussert, die Ehrendamen mögen in Zug doch Trachten tragen. Damit rannten sie beim OK offene Türen ein. Für Paul Bachmann, Präsident des Trägervereins ESAF 2019 Zug und verantwortlich für den Empfang war schon immer klar, dass die Ehrendamen in Zug Trachten tragen werden und konnte auch seine Kollegen im Präsidialausschuss überzeugen.

Im Kanton Zug gibt es nur zwei Trachtenschneiderinnen. Andrea Balmer ist eine davon. Die dreifache Mutter ist gelernte Damenschneiderin mit eidgenössischem Fachausweis und arbeitet im Geschäft ihrer Mutter, Couture Grüter in Hünenberg, das sie im nächsten Jahr übernehmen wird. Sie hat ihre Ausbildung in Horgen absolviert und dann eine Zeit lang in Luzern bei einer Schneiderin gearbeitet. Sie ist Prüfungsexpertin beim Berufsverband und gibt ihr Wissen bei überbetrieblichen Kursen weiter.

Vor ein paar Jahren klopften Mitglieder der Zuger Trachtenkommission im Geschäft der Hünenbergerin an, weil sie eine neue Trachtenschneiderin suchten, da eine der beiden Schneiderinnen sich dem Pensionsalter näherte. Die heute 37-jährige konnte sich dies gut vorstellen, weil sie das Handwerk und die Detailarbeit liebt.

„Ich nähe sehr gern, sei es von Hand oder mit der Maschine.“

Trachtennähen sei viel Handarbeit. Sie hat zugesagt, und die erste Tracht zusammen mit ihrer Vorgängerin Isabelle Peyer genäht. Zudem gibt es für jede Tracht einen Ordner mit Anleitungen und Unterlagen.

Bald darauf hat der Kanton Luzern den zweiten Ausbildungslehrgang für Trachtenschneiderinnen ausgeschrieben, welchen sie besucht hat. „Die Luzerner Trachten sind den Zuger Trachten sehr ähnlich“, erklärt sie. Nun ist Andrea Balmer dipl. Trachtenschneiderin für Luzerner und Zuger Trachten.

Das Material für die Trachten kauft die Trachtenkommission ein; vorfinanziert wird dies vom Zuger kantonalen Trachtenverband. Ein Lager mit diesen teuren Stoffen können die Schneiderinnen nicht selber finanzieren. „Man versucht, wenn immer möglich, das Material in der Schweiz einzukaufen“. Vielfach muss man es herstellen lassen, wie zum Beispiel die Rockstoffe, welche in Poschiavo von Hand gewoben werden.

Eine neue Tracht nähen muss Andrea Balmer eher selten. Die grössten Aufträge im Bereich Trachten sind Änderungen. „Eine Tracht kauft man für das ganze Leben“, erklärt sie. So muss man sie zwischendurch auslassen, einnehmen oder reparieren.

12 Trachten zu nähen sei ein Grossauftrag und ein absoluter Glücksfall. „Ich fühle mich geehrt, dass ich diesen Auftrag ausführen darf“. Für eine Zuger Festtagstracht wendet man ca. 55 – 60 Stunden auf.

Andrea Balmer schneidert nicht nur die Trachten; sie betreut die Ehrendamen und hilft beim Anziehen zusammen mit Martha Bachmann, Renate Zimmermann und Sonja Limacher. Gemeinsam mit Paul Bachmann hat sie die Interviews der Ehrendamen geführt.

„Ich freue mich sehr, Teil des ESAF in Zug zu sein“.

Ein grosser Augenblick wird sein, wenn alle 12 Ehrendamen mit der Zuger Festtagstracht am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest einlaufen werden. „Dies wird bestimmt ein emotionaler Moment und mich mit Stolz erfüllen“.

Zuger Festtagstracht:

Die älteste überlieferte Tracht ist die Festtagstracht. Ihre Materialien sind edel, das heisst Brokat, Samt und Seide. Senkrecht aufgesetzte, grüne Woll-Litzen im Rücken und die Seitenteile aus Goldbrokat zeichnen das Mieder aus. Der feinplissierte, schwarze Kaschmirjupe weist in Hüfthöhe blau-gelb-blaue Querstreifen auf.

Die Seidendamastschürze, der fein gestickte Brust-Latz
aus Seide, das Tüllgöller mit geröhrltem Volant, die Zugerketten mit roten und grünen Steinen, sowie das Deli (stellt oft die Schutzpatronin der Trägerin dar) sind weitere Kennzeichen der Festtagstracht. (Quelle: https://www.zugertrachten.ch/unsere-trachten/frauen-trachten#festtagstracht)

Galerie

Fotos: Andreas Busslinger
Text: Brigitte Huwyler

Andreas Busslinger hält uns im Bilde

Immer wieder dürfen wir wunderschöne Fotos auf unsere Website oder in den sozialen Medien veröffentlichen. Wir sind stolz, mit Andreas Busslinger einen renommierten Fotografen an unserer Seite zu haben, der die Organisation und Durchführung unseres Anlasses aus diversen Blickwinkeln und mit kreativen Bildern dokumentiert.

Seit rund drei Jahren fotografiert der 61jährige Baarer für’s ESAF 2019 Zug an diversen Schwingfesten und Anlässen, begleitet die Werkarbeiten auf dem zukünftigen Festgelände, besucht Stephan Schmidlin im Atelier, schaut der Schneiderin beim Trachtennähen für die Ehrendamen über die Schultern, macht spektakuläre Luftaufnahmen mit dem Gleitschirm oder mit der Drohne und liefert uns so viel Bildmaterial. Die Ideen gehen ihm nie aus; die Motive schon gar nicht.

Andreas Busslinger fotografiert leidenschaftlich gerne und man trifft ihn deshalb selten ohne Kamera an. Der 61jährige Sekundarlehrer hat seine Liebe zum Fotografieren mit 25 Jahren auf einer Reise durch Südamerika entdeckt. „Ich hatte keine eigene Kamera, dazu fehlte mir das Geld. So habe ich meine ersten Fotos mit dem Fotoapparat meiner Frau geschossen.“ Da hat es ihn gepackt und er hat sich autodidaktisch weitergebildet und weiterentwickelt. Als passionierter Gleitschirmflieger nahm er die Kamera schon bald mit in die Luft und begann die ersten Luftaufnahmen zu schiessen. Es folgten die ersten Aufnahmen anlässlich von Gleitschirmmeisterschaften, wo er sich schnell einen Namen machte. Die Aufträge blieben nicht aus und heute erscheinen seine Fotos in allen internationalen Gleitschirm-Magazinen. 1997 veröffentlichte er den Bildband „Abgehoben – in Tuchfühlung mit den Alpen“. Seit Jahren ist er Mitglied der Fotoagentur AURA in Luzern, wo seine Bilder sehr gefragt sind.

„Aufträge liefern mir oft Ideen für neue Aufnahmen, weil sie mich an Orte führen, wo ich vorher noch nie war“.

Solche Neuentdeckungen mache er oft auch im Kanton Zug, wo er sehr viel fotografiere. So viel, dass daraus 2013 sein Buch „Zuger Panorama“, das fotografische Streifzüge durch Kanton Zug zeigt, entstanden ist. Es war so begehrt, dass es inzwischen vergriffen ist. Gerne fotografiert Busslinger die kulturelle Vielfalt des Kantons aber auch Action im Sport. Das Baarer Buebenschwingen fand jahrelang direkt vor seiner Haustüre auf dem Schmidhof statt und so kam er schon früh mit dem Schwingsport in Berührung.

„Schwingsport ist Dynamik und Action, aber auch Kultur und Tradition. Das liebe ich.“

Er wird für uns am Ball bleiben und uns das ganze Jahr hindurch bis über das Fest hinaus mit schönen Bilder erfreuen.

Mehr Bilder von ihm gibt es auf seiner Website: www.andreasbusslinger.ch

 von Brigitte Huwyler