Portrait

Für die Entsorgung ist gesorgt

Auf dem Parkplatz bei der Feldstrasse, kurz bevor man zur Zug Arena abbiegt, stehen Container und Abfalleimer in allen Farben und Grössen. Hier haben sich Reto Hürlimann und Dominik Iten eingerichtet. Die Beiden sind zusammen für das Ressort Entsorgung des ESAF 2019 Zug zuständig. Sie sorgen dafür, dass die Festbesucher das Areal an allen drei Tagen im sauberem Zustand antreffen.

«Begonnen hat alles mit der Planung. Wir mussten uns überlegen, welcher Stand wie viele Abfalleimer braucht, welchen Müll es zu trennen gilt und wer wann wo sein muss»,erklärt Dominik Iten. Er ist gelernter Recyclist und arbeitet im Familienunternehmen Gebrüder Iten AG. Auch Reto Hürlimann ist in der Entsorgungsbranche tätig. Er ist der Geschäftsführer von Fretz Kanal Service AG als auch von der R. Hürlimann Transporte AG. «Wir ergänzen uns sehr gut», meint Reto Hürlimann, «während ich vor allem fürs Administrative und die Führung des Teams verantwortlich bin, übernimmt Dominik die Entsorgungsplanung.» Um die ganze Entsorgung zu stemmen, haben sich die Beiden ausserdem mit anderen Entsorgungsfirmen des Kanton Zugs zusammengetan, mit ihren sonstigen Mitbewerbern sozusagen.

«Fürs Fest halten wir alle zusammen, unter dem Motto: Von Zuger für Zuger»,

meint Dominik Iten stolz.

Über die 3 Tage verteilt, rechnen die Beiden mit ungefähr 250 Tonnen Abfall. Dafür haben sie 800 grosse Behälter über das ganze Festgelände verteilt. Ausserdem werden rund 17’000 360L Säcke und 12’000 110 L Säcke gefüllt werden. Um all diesen Abfall abzutransportieren werden rund 1000 Helferschichten besetzt sein, welche von diversen Schichtführer koordiniert werden. Sie haben das ganze Festareal in verschiedene Abschnitte unterteilt, für die je ein Abschnittsleiter zuständig ist. Schichtführer sowie Abschnittsleiter haben Dominik Iten und Reto Hürlimann aus dem eigenen Umfeld rekrutiert. Die 1000 Helferschichten werden von Chrampfern übernommen.

Eine Hauptschicht wird die Reinigung der Zug Arena am Samstag- und Sonntagabend sein. Die grösste Herausforderung wird aber sicher die Grundreinigung in der Nacht: «Wir haben von 3 Uhr bis 6 Uhr morgens Zeit, die Grundordnung wiederherzustellen. Dies ist herausfordernd, weil wir nicht wissen, wie viele Leute dann noch immer vor Ort sein werden und ob wir mit unseren Maschinen durchkommen», erklärt Reto Hürlimann. Aber nicht nur in der Nacht wird entsorgt. Die beiden werden auch untertags ständig unterwegs sein, um dafür zu sorgen, dass die Abfallmengen gar nie zu gross werden.

«Dass es dieses Jahr ein Depotkonzept gibt, hilft uns auch bei der Entsorgung. Wir rechnen mit viel weniger Glasabfall als in anderen Jahren, und dies wird uns die Arbeit sicher vereinfachen. Im Allgemeinen versuchen wir so gut wie möglich den Abfall zu trennen und wo es geht, auch wiederzuverwerten. Alles Brennbare bringen wir zum Beispiel nach Perlen, wo aus der Abfallverbrennung Strom erzeugt wird», erklärt Dominik Iten und Reto Hürlimann ergänzt:

«Von Nachhaltigkeit darf nicht nur gesprochen werden, sie muss auch gelebt werden!»

Die beiden Familienväter sind sehr eng mit dem Schwingsport verbunden. «Ich habe es sogar mal selber mit dem Schwingen versucht, dann aber relativ schnell gemerkt, dass ich nicht die richtige Figur dafür habe», meint Reto Hürlimann lachend. Dem Charme des Sportes ist er trotzdem verfallen: «Schwingen ist wirklich ein cooler Sport. Ich geniesse die Atmosphäre an den Schwingfesten richtig.» Auch Dominik Iten ist regelmässig an Schwingfesten anzutreffen. «Ich besuche rund 10 Schwinganlässe pro Jahr. Von den ganz kleinen Rangschwingen über die Kantonalen in der Innerschweiz bis zum Innerschweizer Schwingfest; ich bin immer dabei. Und auch auf der Rigi, dem Stoos und der Schwägalp habe ich fixe Plätze.» So ist es keine Überraschung, dass sich die Beiden geehrt fühlen, nun am Eidgenössischen in Zug mitzuwirken: «Da kann man auch damit leben, dass man halt mal nicht zusehen kann», meint Reto Hürlimann und ergänzt: «Es gibt aber zwei Momente, in denen ich ganz sicher in der Arena sein will: Beim Einmarsch der Schwinger am Samstagmorgen und natürlich beim Schlussgang.»

Die Vorfreude aufs Fest ist also gross. «Wir haben uns erst vor kurzem mit unserem Team getroffen und alle sind motiviert und freuen sich aufs Fest, und dies obwohl es sich ums Entsorgen handelt», meint Reto Hürlimann lachend. Allgemein wird viel gelacht bei diesem Gespräch. Man merkt den Beiden schnell an, dass sie sich gut verstehen und ihnen die Arbeit Spass macht. Das ESAF 2019 kann kommen!

 

Foto und Text: Séverine Huwyler

Bereits das vierte Mal dabei

Auf dem Festgelände, gleich neben der Arena, stehen drei kleine Baubaracken. In der mittleren, vor zwei Bildschirmen und neben Ersatzmaterial für die Hubstapler sitzt Markus Jäckle in seinem Büro. Der 26-jährige Thurgauer ist für die Koordination der Hubstapler zuständig. Bei der Organisation eines Eidgenössischen Schwingfestes dabei sein, ist für viele eine einmalige Sache. Nicht aber für ihn. Markus Jäckle ist in Zug bereits zum vierten Mal beim Aufbau eines ESAF dabei. Und dies trotz seines bescheidenen Alters. Fragt man ihn, wieso es ihn immer wieder zum Arenaaufbau zieht, beginnen seine Augen zu leuchten:

«Motivierte Leute, coole Maschinen, gute Arbeit. Ich geniesse diese Zeit richtig.»

Das erste Eidgenössische bei dem der gelernte Landmaschinenmechaniker mithalf, war 2010 in Frauenfeld, in seinem Heimatkanton. Er befand sich damals noch im 2. Lehrjahr und half für drei Wochen als Staplerfahrer mit. Drei Jahre später in Burgdorf verlängerte er auf acht Wochen und durfte zudem bereits erste Leitungsarbeiten wahrnehmen. In Estavayer 2016 war er wiederum drei Wochen als Staplerfahrer vor Ort. Damit er in Zug dabei sein konnte, wurde Markus Jäckle schon früh aktiv. Bereits im Frühling 2016 traf er sich mit Walter Lötscher, Abteilungsleiter Infrastruktur. Noch vor dem ESAF 2016 in Estavayer also. Doch sein Engagement hat sich gelohnt. Beim diesjährigen ESAF ist Markus Jäckle elf Wochen dabei und zudem für die Koordination der Staplerfahrer auf dem Platz zuständig. Das Fahren der Hubstapler überlässt er nun meistens den freiwilligen Helfer. Er dagegen übernimmt die Koordination im Büro sowie Reparaturen an den Fahrzeugen. Auch an den täglichen Bausitzungen darf er dabei sein. Dies macht ihn sichtlich stolz: «Es ist schon lässig, wenn man bereits Erfahrung hat und so viele der Probleme schon kennt. Klar wird nicht alles überall gleich gemacht, aber ich denke schon, dass ich mein Wissen weitergeben kann.»

Vor kurzem hat Markus Jäckle sein Maschinenbaustudium an der ZHAW in Winterthur beendet. «Ich bin nun also ein Ingenieur», meint er schmunzelnd. Zuvor hat er bei Arbor als Servicemechaniker gearbeitet. Zu dieser Stelle ist er durchs ESAF 2013 in Burgdorf gekommen, wo Arbor die Hubstapler für den Aufbau gestellt hat. Auch in Zug stammen die Hubstapler wieder von Arbor und Markus Jäckle ist ihr Disponent vor Ort. Für den Aufbau der Zug Arena sind rund 50 Fahrzeuge im Einsatz.

Die Arbeiten beim Aufbau der Schwingfeste haben Markus Jäckle nicht nur seine ehemalige Arbeitsstelle beschert, auch dem Schwingsport ist er dadurch nähergekommen. «Früher habe ich mich gar nicht fürs Schwingen interessiert. Aber jetzt kommt das Interesse immer mehr. Mittlerweile war ich schon am Nordostschweizerischen Schwingfest sowie am Thurgauer Kantonalen», meint er stolz. Für den Schlussgang am Eidgenössischen in Zug hat er zudem bereits einen konkreten Wunsch:

«Mein Traumschlussgang wäre Giger gegen Reichmuth. Wäre dies der Fall, will ich auf jeden Fall in der Arena sein und dem Kampf zusehen.»

Neben den vier ESAFs ist Markus Jäckle auch bei diversen Open Airs mit dem Hupstapler im Einsatz. Man merkt schnell, dass dies seine Leidenschaft ist. Lässt er die Fahrzeuge und Maschinen trotzdem mal beiseite, macht der Thurgauer gerne Ausflüge. Zudem ist er in der Landjugend und leitet Lager. Ob er beim nächsten ESAF in Pratteln auch wieder dabei sein wird, steht noch in den Sternen: «Mal schauen wie sich die Dinge entwickeln. Ich habe es aber sicher im Hinterkopf.»

 

Text und Foto: Séverine Huwyler

“Wir sind bereit!”

Ein Eidgenössisches Schwingfest mitten in der Stadt durchzuführen, bringt einige Herausforderungen mit sich. Das weiss auch Jorma Waltisberg, zuständig für das Ressort Verkehrsplanung des ESAF 2019 in Zug. Der 42-jährige ist durch seine Position im Kommando der Verkehrs-und Parkhelfer Zug (kurz VPZG) ins OK des ESAF 2019 gekommen. Die VPZG ist ein Jugendverein, der unter anderem bereits die Verkehrsplanung beim Zentralschweizerischen Jodlerfest 2010 in Baar oder an diversen Fastnachtsumzügen im Kanton Zug übernahm. Dank seiner 20-jährigen Tätigkeit für den VPZG hat Jorma Waltisberg sehr viel Erfahrung. Die Verkehrsplanung fürs ESAF forderte aber auch ihn heraus:

«Das ist noch einmal eine andere Liga.»

Bevor das jetzige Verkehrskonzept zustande kam, brauchte es einige Anläufe. Da das erste Konzept noch nicht alle Anforderungen erfüllte, wurde dieses durch Jorma Waltisberg überarbeitet. „Ich hatte 6 Wochen Zeit, das Verkehrskonzept den verschiedenen Anforderungen anzupassen. Da waren die Nächte schon mal ein bisschen kürzer. Rund 300 Arbeitsstunden habe ich in das Konzept investiert. Zum Glück hat mich meine Frau in dieser Zeit aber sehr unterstützt», meint er verschmitzt. Ganz schön viel Aufwand also, und dies für eine Freizeitbeschäftigung. Dass die Verkehrsplanung Jorma Waltisberg’s Leidenschaft ist, merkt man nicht nur seinen ausführlichen Erzählungen an. Neben seiner Tätigkeit für den VPZG ist er zudem in der Freiwilligen Feuerwehr Zug für den Verkehr zuständig. Woher das Interesse an der Verkehrsplanung kommt, weiss er nicht mehr so genau: «Wahrscheinlich von der Kindheit. In den Verkehrsdienst bin ich aber eigentlich eher spät eingetreten, erst mit 18 Jahren nämlich.»

Das Verkehrskonzept fürs ESAF 2019 in Zug beinhaltet vor allem die Sperrung und Umleitung von Strassen, sowie die Zufahrt zum Camping und zu den offiziellen Parkplätzen. Da das Fest mitten im Herti Quartier stattfindet, werden zahlreiche Strassen gesperrt. Rund 50-60 Kontrollposten werden errichtet, an denen Militär und Zivilschutz die Zufahrt kontrollieren. Anwohner hatten die Möglichkeit sich für eine Zufahrtskarte zu registrieren. So soll gewährleistet werden, dass sich die Einschränkungen für die Zuger Bürger möglichst in Grenzen hält.

Der Anreiseverkehr am Samstag- und Sonntagmorgen wird sicherlich eine der grössten Herausforderungen für die Verkehrsdienste. «Wir haben geplant, die Chamerstrasse dreispurig nach Zug verlaufen zu lassen. Zwei Spuren werden direkt zum Parkplatz geleitet und eine Spur wird in die Stadt hineinführen», erklärt Jorma Waltisberg. Zu hoffen sei, dass sich der Motorverkehr in Grenzen hält. «Unser Parkplatz kann rund 5000 fassen. Bis jetzt sind aber nur rund 150 Parkplätze reserviert.»

Weitere Herausforderungen sind der Festumzug am Freitag und die Anreise zum Campingplatz ab Donnerstagabend. Der Festumzug, der vom Landsgemeindsplatz via Vorstadt und Alpenquai zur Schwingarena führt, fordert 20 Kontrollposten zusätzlich.

«Das Ziel ist es, die Sperrung der Strassen so lange wie möglich hinauszuzögern und nach dem Umzug so schnell wie möglich wieder aufzuheben. Denn danach beginnt der Feierabendverkehr und dann muss alles funktionieren»,

erklärt er. Dass der Individualverkehr funktioniert, hat für die Verkehrsplanung hohe Priorität. „Was wir auf alle Fälle verhindern wollen, ist ein Rückstau auf die Autobahn», meint Jorma Waltisberg. Hohe Priorität haben zudem die Rettungsgassen. In den Quartieren verlaufen diese über Fusswege. Sträucher und Gebüsche wurden deshalb bereits zurechtgeschnitten.

Es muss also an vieles gedacht werden, damit am Fest dann wirklich alles funktioniert. Schlaflose Nächte hat der Baarer deshalb nicht. «Es gibt Dinge, die kann man vorausplanen, und Dinge, die halt einfach passieren. Und dafür muss man gewappnet sein. Doch wir sind bereit», ist Jorma Waltisberg überzeugt. Am Fest selber ist er „frei“. Dies bedeutet nicht, dass er vergnügt das Schwingfest schauen wird, sondern dass er dort einspringt, wo es ihn braucht.

Die VPZG stellt am Festwochenende einen Einsatzleiter, drei zweier Patrouillen und eine Einsatzzentrale die 24h besetzt ist. Für den Rest wird sie vom Militär und Zivilschutz unterstützt. Um das ganze alleine zu stemmen, wäre sie nämlich zu klein. Denn die VPZG ist eigentlich eine Jugendorganisation. Am Fest selber werden jedoch nur die Erfahrenen im Einsatz sein.

Dass der VPZG für die Verkehrsplanung des ESAF ausgewählt wurde, erfüllt ihn mit Stolz: «Es zeigt, dass unser Verein in Zug eine grosse Akzeptanz geniesst.» Seine wichtige Rolle dabei sieht er als Ehre und als Lebenserfahrung, die er auf keinen Fall missen will. Er ist überzeugt: «Ich würde es sofort wieder machen.»

 

Foto und Text: Séverine Huwyler

Mittendrin im Geschehen

Die Bauarbeiten der Zug Arena laufen auf Hochtouren. Tribünen werden aufgestellt und Dächer gesetzt. Zwischendurch fahren immer wieder Hubstapler vollbeladen mit Material in der Arena umher. In einem dieser Hubstapler sitzt René Matter, ehemaliger Präsident des Schwingklub Zug und geniesst es sichtlich. Nach seiner Pension hat er sich die Mithilfe beim Aufbau der Zug Arena zur Aufgabe gemacht. «Es ist eine einmalige Möglichkeit das ESAF durchführen zu dürfen. Umso mehr schätze ich es, beim Aufbau der Arena dabei zu sein. Davon kann ich die nächsten 10-20 Jahre noch erzählen», meint er stolz. Am meisten gefällt ihm der Fortschritt, den er täglich sieht.

«Vor ein paar Tagen konnte ich noch den direkten Weg nehmen, heute muss ich rundum fahren, weil da eine Tribüne steht. Zu sehen wie alles Form annimmt, das ist schon cool.»

Für den Aufbau der Zug Arena wurden schon früh Staplerfahrer gesucht. Da René Matter die Hubstaplerprüfung berufsbedingt schon gemacht hatte, war die wichtigste Bedingung bereits erfüllt. Doch trotz Prüfung mussten er und andere Staplerfahrer noch einmal einen eintägigen Kurs besuchen. Auf der Arenabaustelle sind nämlich Teleskopstapler im Einsatz. Da man bei diesen den «Arm» ausfahren kann, reicht die gewöhnliche Staplerprüfung nicht aus. Je nach Bedarf befinden sich unterschiedlich viele Staplerfahrer auf dem Gelände. «In der ersten Woche waren wir nur zu dritt. Heute waren wir nun acht und gestern neun.» Koordiniert werden die Staplerfahrer von Markus Jäckle, Disponent Projekt ESAF bei der Firma Arbor.

René Matter ist eng mit dem Schwingsport verbunden. Bis 24 war er selbst aktiv als Schwinger tätig, bevor er verletzungsbedingt aufhören musste und als Kampfrichter weitermachte. Mit 21 wurde er Mitglied des Vorstands des Schwingklubs Zug und Umgebung und konnte so seine Meinung einbringen. Dies war ihm insbesondere wichtig, da er und sein Kollege Kurt Häfliger mit den Entscheiden des damaligen Vorstandes nicht immer einverstanden waren. Später wurde er Präsident und blieb dies für sechs Jahre. Fragt man ihn nach dieser Zeit meint er lächelnd:

«Es war eine schöne, aber auch sehr intensive Zeit.»

Am ESAF selber wird René Matter Standchef eines vom Schwingklub Zug und Umgebung betriebenen Essens- und Getränkestand sein. Somit ist er auch dort wieder mitten im Geschehen. Bei den Abbauarbeiten wird er dann wieder im Hubstapler sitzen. Da der Abbau innerhalb eines Monats erfolgen soll, wird dies sicher noch einmal eine intensive Zeit. Danach wird René Matter aber erstmal seine Pension geniessen und all die Eindrücke und Erfahrungen verarbeiten.

Text und Foto: Séverine Huwyler

“Freue mich auf den Aufbau”

Die Tiefbauarbeiten auf dem Festgelände haben am 6. Mai begonnen und am 17. Juni geht der Arena-Aufbau los. Franz Aebli wird Projektleiter vor Ort sein und ist zusammen mit seinem Stellvertreter André Hartmann für den Auf- und Abbau sämtlicher Bauten verantwortlich  Franz Aebli, Geschäftsführer der Landis Bau AG freut sich, dass es nun los geht. In der Abteilung Infrastruktur ist der gebürtige Glarner Ressortleiter Bau und Stellvertreter des Abteilungsleiters Walter Lötscher. «Walti hat zusammen mit seinem Team den ganzen Aufbau der gesamten Infrastruktur top vorbereitet», erklärt Aebli. Die Abteilung ist professionell geführt, was für alle involvierten Ressortleiter von der Planung über den Bau bis hin zum Sanitär, zum Elektriker und zur Entsorgung enorm wichtig sei. «Die Abteilung Infrastruktur harmoniert sehr gut», freut sich Aebli.

Franz Aebli wohnt seit acht Jahren im Kanton Zug, bis dahin hatte er Zug nicht auf dem Radar.

«Ich war vor meinem Zuzug ins Zugerland noch nie hier»,

meint er fast etwas entschuldigend.

Er ist im Kanton Glarus aufgewachsen. Seine Eltern führten einen Bauernhof und sein Vater hatte in jungen Jahren auch geschwungen. Er selber war Nationalturner. Mit 17 Jahren war diese Karriere allerdings bereits vorbei; der Handballsport hatte es ihm mehr angetan.

Seine Lehre zum Tiefbauzeichner absolvierte Franz Aebli in Glarus. Später wechselte er an die Hochschule für Technik in Rapperswil und bildete sich zum Bauingenieur FH und später berufsbegleitend zum Wirtschaftsingenieur FH weiter. Während zwei Jahren war er im Kanton Jura im Tunnelbau tätig, bevor der passionierte Berggänger für 6 Jahre die Schweiz Richtung Berlin verliess, wo er für eine Glarner Baufirma und anschliessend für die Strabag Berlin als Projektleiter arbeitete. Zurück in der Schweiz arbeitete Aebli für ein Bauunternehmen in Zürich.

Den Weg nach Zug fand er dank seiner heutigen Stelle als Geschäftsführer bei der Landis Bau AG. «Ich habe mich sehr gut eingelebt hier. Zug und Glarus haben viele Ähnlichkeiten». Beide Kantone seien klein, überschaubar und sympathisch. Er hat schnell Kontakte geknüpft; geholfen hat ihm dabei seine offene Art. Franz Aebli bringt sich gerne ein an seinem jeweiligen Wohnort; er will mitwirken und etwas bewegen. Kürzlich wurde er zum Präsidenten des Zuger Baumeisterverbandes gewählt. «Ich möchte nicht nur hier wohnen, sondern ein Teil davon sein». So hat er sich bereits vor der Vergabe beim Initiativkomitee ESAF Zug gemeldet.

«Als ich hörte, dass Bestrebungen da sind, das Eidgenössische nach Zug zu holen, wusste ich, dass ich Teil des OK’s sein möchte. Ich wollte mithelfen bei diesem grossen Anlass».

Neben seiner Aufgabe in der Abteilung Infrastruktur hat er noch einen zweiten Hut auf. Die Firma Landis Bau ist zusammen mit der Firma Jego Munipartner. Dieses Engagement bedeutet zusätzliche Arbeit, die er anfangs etwas unterschätzt hat. «Trotz den Aufwänden hatten wir als Munipartner schon viele tolle Erlebnisse und es werden noch viele folgen», ist er überzeugt. „Wir freuen uns sehr, wie prächtig sich unser Siegermuni Kolin bisher entwickelt hat“.

Zuerst wartet aber der Aufbau der Arena und alle anderen Bauten auf ihn. Eine grosse Herausforderung ist die Koordination von allen Beteiligten wie Armee, Zivilschutz und den Staplerfahrern, die sie selber rekrutiert haben. Die ganze Logistik muss passen. An Spitzentagen werden von uns bis zu 200 Leute auf dem Platz sein. Für den Aufbau sind acht Wochen eingeplant; der Abbau erfolgt in drei Wochen. «Da muss in kurzer Zeit sehr viel passieren».

«Wichtig ist für uns, den Auf- und Abbau mit möglichst wenig Immissionen für die Anwohner und die Umgebung, sowie termingerecht zu realisieren», erklärt Aebli. Oberste Priorität hat aber dabei die Arbeitssicherheit. Wir hoffen, dass wir den Auf- wie auch den Abbau unfallfrei  über die Bühne bringen.

 

Foto und Text: Brigitte Huwyler

 

 

Erfrischung aus dem Zytturm

Auf dem Werkhof der Korporation Zug hoch oben auf dem Zugerberg herrscht reger Betrieb. Es wir gesägt, geschnitzt, geschliffen und poliert; dies mit grosser Sorgfalt und Konzentration. Denn hier entstehen vier wichtige Akteure des Schwingfestes: Die Brunnen für den Schwingplatz. An ihnen werden sich die Schwinger erfrischen und sich auf den Gang im Sägemehl vorbereiten; dies natürlich auch vor dem Schlussgang. Die Brunnen werden immer wieder im Rampenlicht stehen, das ist sich auch Daniel Züsli bewusst, der die Figuren der Brunnen schnitzt: „Es ist eine riesige Ehre fürs Eidgenössische die Brunnen schnitzen zu dürfen. Aber natürlich ist dies auch keine leichte Aufgabe.

Ich merke schon, dass ich viel vorsichtiger vorgehe als bei meinen sonstigen Arbeiten. Hier überlege ich schon zweimal, bevor ich das Schnitzmesser ansetze.“

 

Zuger Sujet

Daniel Züsli

Daniel Züsli hat die Schule für Holzbildhauerei in Brienz besucht und besitzt nun seit drei Jahren sein eigenes Atelier in Cham. Zum Auftrag ist er durch einen Kollegen gekommen, der bei der Korporation Zug arbeitet. Zusammen mit dem Präsidialausschuss ESAF 2019 wurden zuerst verschiedene seiner Skizzen diskutiert, bevor man sich auf vier Sujets für die Brunnen einigte: Zwei Zyttürme, einen Alphornbläser und einen wassertrinkenden Schwinger. Die beiden Zyttürme und der Alphornbläser sind bereits fertig geschnitzt; der Schwinger ist in Arbeit. Für die Schnitzarbeit alleine benötigt der 33-jährige ungefähr eine Woche. Danach wird die Figur noch bemalt und poliert. Die Strukturen des Holzes sollten aber auf jeden Fall noch zu erkennen sein. Welches Holz genau verwendet wird, spielt für ihn keine grosse Rolle. Nur harzen sollte es nicht zu stark. Schliesslich kommen am Fest immer wieder Schwinger und Kinder mit dem Brunnen in Kontakt. Das wichtigste Kriterium jedoch ist, dass das Holz aus der Region stammt. Für die vier Brunnen verwendet die Korporation Zug ausschliesslich Fichten, Weisstannen und Douglasien aus dem eigenen Forstbestand.

Zuger Holz

Wendelin Hürlimann mit der Motorsäge

So stammt auch die Weisstanne, die gerade vor Wendelin Hürlimann liegt, aus dem eigenen Wald. Gefällt wurde sie erst vor kurzen, was an der hellen Farbe des Holzes erkennbar ist. Wendelin Hürlimann ist Förster von Hauptberuf, er fertig aber immer mal wieder Brunnentröge an für Höfe. Für ein Schwingfest bis jetzt aber noch nie. Auch er sieht die Arbeit daran als grosse Ehre und meint schmunzelnd: „Es ist schon ein Unterschied, ob man einen Brunnen fürs ESAF 2019 herstellt oder fürs Vieh im Stall. Ich gebe mir viel mehr Mühe, und das sowohl beim Aushöhlen mit der Motorsäge als auch beim Polieren.“ Am Fest werden drei der vier Brunnen in der Arena zu sehen sein, der vierte steht im Schwingercamp. Verschraubt werden die ungefähr eine Tonne schweren Brunnen erst vor Ort. Mit Wasser gefüllt aber schon davor.

„Ist der Brunnentrog fertig, muss er sofort mit Wasser gefüllt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass er reisst. Ist ein Brunnen ständig mit Wasser gefüllt, kann er gut 12-15 Jahre alt werden“,

erklärt Clemens Weiss, Revierförster der Korporation Zug.

Brunnen im Mittelpunkt

Im Werkhof der Korporation Zug arbeiten sieben Forstangestellte. Neben den Brunnen werden hier auch Stehtische fürs Schwingfest hergestellt. Für Clemens Weiss ist der Auftrag des Eidgenössischen Schwingfest ein Glücksfall: „Nur vom Wald alleine können wir nicht existieren; das Holz muss auch verarbeitet werden können.“ Neben ihm, Daniel Züsli und Wendelin Hürlimann sind heute noch Cedric Iten und René Amstad anwesend. Gemeinsam heben die fünf das Alphorn zum Bläser hin, um zu zeigen wie dieser Brunnen schlussendlich aussehen wird. Das Spezielle an diesem Brunnen wird sein, dass das Wasser aus dem Alphorn fliessen wird.

Die vier Brunnen sind schon bald bereit für ihren grossen Auftritt. Ob sich der künftige Schwingerkönig am Zytturm, Alphornbläser oder am Schwinger für den Schlussgang bereit macht, bleibt bis zuletzt offen. Die Arbeit dieser fünf Männer wird aber so oder so bestaunt werden. Und das zu Recht.

Text und Fotos: Séverine Huwyler

Mehr Infos zum Künstler Daniel Züsli (daniel-zuesli.ch) und zur Korporation Zug (korporation-zug.ch)

 

Die Jüngste bringt es auf den Plan

Renja Beck sitzt am Pult ihres Büros in Baar. Vor ihr sind zwei Bildschirme platziert; der eine ist riesig, der andere etwas kleiner. Die geöffnete Datei zeigt einen Ausschnitt des grossen Festgeländes, wo im August das ESAF 2019 stattfinden wird. Auf den Planquadraten ist jedes Detail eingezeichnet, sogar die Sonnenschirme hat sie inzwischen platziert.

Renja Beck ist Diplomierte Zeichnerin Fachrichtung Architektur und arbeitet seit sechs Jahren bei Vonplon Architektur AG. Sie hat hier ihre Lehre gemacht und hat vor einem halben Jahr die Ausbildung zur Technikerin Bauplanung an der Höheren Fachschule begonnen. Drei Jahre Ausbildung liegen noch vor ihr.

Die 22-jährige ist die Jüngste im OK. Sie ist Stellvertreterin des Ressortleiters Planung, Mario Vonplon, der ihr Chef ist. Die ersten Pläne, die noch vor der definitiven Vergabe anlässlich der AV in Basel entstanden sind, hat ihr Chef gezeichnet. Damals ging es in erster Linie darum, die Arena zu platzieren und die Platzverhältnisse abzuchecken. Nach der definitiven Vergabe im März 2015 ging es dann ans Eingemachte. Gemeinsam mit dem Bauchef Walter Lötscher, als dessen rechte Hand sie sich bezeichnet, erweiterte sie den Plan, der von Monat zu Monat detailgetreuer wurde. Vom Bauchef kommen die Informationen wie Grösse und Standortangaben. „Es kam auch mal vor, dass ich sagte, dass dies so nicht funktioniert“, erzählt sie. Oder die Abteilung Sicherheit hat ihr Veto eingelegt. „Dann haben wir gemeinsam nach einer machbaren Lösung gesucht“. Sie finde es spannend, aus dem vorhandenen Platz das Optimum herauszuholen, so dass es am Schluss für alle stimmt. Bei ihr laufen die Fäden zusammen. Für die Gestaltung der Festmeile zum Beispiel waren die Inputs und die Erfahrung des Abteilungsleiters Fest, Carlo Bommes gefragt. So entwickelte sich der Plan weiter und das Festgelände nahm immer mehr Gestalt an. Für die Zeichnerin, die in Steinhausen aufgewachsen ist, ist es ein grosser Vorteil, dass sie das Gelände und die Umgebung im Herti gut kennt. Als Fussballerin kennt sie die Umgebung auf und rund um die Fussballplätze gut. „Der Festperimeter ist ja nicht auf einer grünen Wiese. “Beim Zeichnen hat es mir sehr geholfen, dass ich die Umgebung schon gekannt habe. Ich wusste, wo gewisse Hindernisse stehen oder ob es genügend Platz hat“, erklärt sie.

Das Zeichnen des Festgeländeplanes findet sie eine interessante und herausfordernde Aufgabe.

„Die Dimensionen sind viel grösser, als bei meiner sonstigen Arbeit, bei der ich Ausführungspläne zeichne“.

So sind die Masse nicht mm oder cm wie sonst, sondern m und km. Auch sei ein anderes Denken gefordert, vor allem bezüglich Sicherheit.

Im Moment landen nur noch kleine Änderungen auf ihrem Pult. Zurzeit ist sie an der Detailarbeit, wie Sonnenschirme und Festbänke einzeichnen. Sie freut sich, das Festgelände dereinst eins zu eins zu erleben. „Es ist anders als bei einem Haus, bei dem man beim Zeichnen schon weiss wie es aussehen wird, wenn es oben ist“, meint sie.

Einen Bezug zum Schwingen hatte sie bis anhin nicht; so war sie auch noch nie an einem Schwingfest. Dies wird sie nun nachholen und das diesjährige Zuger Kantonalschwingfest in Rotkreuz besuchen. Die Arbeit im OK hat ihr Interesse für den Schwingsport geweckt. Das Eidgenössische wird sie von der Tribüne aus geniessen können, denn dann ist ihre Arbeit getan.

 

Bild und Text: Brigitte Huwyler

Pilot landet beim Schwingen

So hektisch hatte sich Erich Scherer sein Leben nach der Pensionierung eigentlich nicht vorgestellt. Der 60jährgie gebürtige Zuger war während 37 Jahren bei der Swissair und Swiss als Pilot tätig. Ende 2017 ging er in Pension und sein Ziel war es an der Universität Geschichte zu studieren und die freie Zeit mit seiner Frau und seinen beiden Enkelkindern zu geniessen. Diese Vorhaben müssen nun noch etwas warten, denn Erich Scherer ist stark gefordert in der Abteilung Sicherheit. Der Abteilungsleiter Reto Steinmann hatte ihn für das Ressort Sicherheitsplanung angefragt, und er hat diese Herausforderung gerne angenommen. Dass dies so zeitintensiv werden und einem 50 % Arbeitspensum entsprechen würde, hätte er nicht gedacht. „Ich wende viel Zeit auf, das ist so. Doch es ist absehbar“, meint er schmunzelnd. Die Aufgabe sei sehr interessant, er lerne viel Neues und treffe viele interessante Leute. Es freue ihn, Teil des OK’s zu sein.

Erich Scherer, der bis anhin die Eidgenössischen Schwingfeste am Fernsehen mitverfolgte, und nur einmal auf der Rigi live an einem Schwingfest war, liebt als Schwyzerörgelispieler das Traditionelle und die Atmosphäre an Schwingfesten.

Nützliche Erfahrungen

Seine Erfahrungen, die er bei seinen zahlreichen Flügen gemacht hat, kann er nun einbringen, vor allem im Bereich Risikomanagement, auch wenn die Ausgangslage eine andere ist.

„Als Pilot kommt man immer wieder an Punkte, bei denen man das Risiko einschätzen und eine schnelle Entscheidung treffen muss“.

Nun müssen er und sein Team zusammen mit Fachleuten die Risiken am ESAF Zug ab- und einschätzen. Die Abteilung Sicherheit arbeitet eng mit den Blaulichtorganisationen zusammen. Viele Entscheide, welche das OK fällt, werden geprüft. Sind die Wege genug breit, hat es genügend Fluchträume, wo könnte es Engpässe geben, sind die Beschilderung und die Beleuchtung ausreichend usw. Die grösste Schwierigkeit sei es, rechtzeitig an die Informationen zu kommen, damit man mit der Intervention nicht zu spät sei. „Wir müssen immer jeden Schritt zu Ende denken, jede Eventualität einbeziehen“, erklärt Scherer und gibt zu, dass er manchmal schlecht schlafe. Er spüre die grosse Verantwortung und manchmal frage er sich, was er hier überhaupt mache. „Es ist eine Berg- und Talfahrt“, meint er. Kaum habe man eine Schwierigkeit gemeistert, stehe das nächste Problem an.

Austauch ist wichtig

Er trifft sich einmal wöchentlich mit seinem Teamkollegen Sepp Käppeli, einem ehemaligen Polizisten, um alles zu analysieren und durchzuspielen. Dann wieder treffen sie sich mit anderen Abteilungen zu Schnittstellenmeetings. Oft seien sie die bösen Buben, weil sie nicht alles gutheissen, was geplant wird. Sie legen ihr Veto ein und suchen mit den OK-Kollegen nach einer Lösung. Er bezeichnet sich selber als Perfektionisten. „Wie alle Piloten eben“, schiebt er nach.

Die Arbeit wird bis zum Fest noch zunehmen. Er hofft, dass sich die allgemeine Sicherheitslage nicht verschlechtert, denn dies würde bedeuten, dass mit neuen Vorschriften zu rechnen ist. Am Montag nach dem Fest wird er, der das Fliegen noch nie vermisst hat wieder ruhig schlafen können und sich freuen auf eine längere Reise mit seiner Frau. Dann wird er endlich wieder Zeit haben zu lesen, denn Bücher sind seine grosse Leidenschaft und in ferner Zukunft möchte er sein Projekt, eine digitale Eisenbahn zu bauen, verwirklichen. Langweilig wird es ihm nach dem Fest bestimmt nicht. Aber zuerst bringt er nun seine Arbeit beim ESAF Zug zu Ende und freut sich auf ein gelungenes Fest.

Text und Foto: Brigitte Huwyler

Erfahrene Camper

Leo Annen, Ernst Iten und Lukas Zahno sind verantwortlich für den Campingplatz beim ESAF 2019 Zug. Die Drei sind erfahrene Camper. «Wir campen immer an den Eidgenössischen Schwingfesten», erzählen sie. Daher wissen sie genau, was es zu beachten gilt und was wichtig ist. «Sauber muss der Platz sein, vor allem die sanitären Anlagen», sind sie sich einig.

Alle Drei haben einen langen Bezug zum Schwingsport. Leo Annen und Ernst Iten sind schon als Kinder dem Schwingclub Oberwil beigetreten. Sie sind im gleichen Alter und haben sozusagen ihre Schwingkarriere gemeinsam absolviert. «Mehr oder weniger erfolgreich», wie sie beide mit einem Schmunzeln erzählen. Lukas Zahno kennt den Schwingsport «nur» als Zuschauer. Dabei lernte er immer mehr Kollegen aus dem Schwingsport-Umfeld kennen. Er stichelt mit einem breiten Grinsen: «Eines haben wir gemeinsam: Wir sind alle Nichtkranzer».

Mit der Planung «ihres Campingplatzes» haben sie schon früh begonnen. Die grösste Herausforderung war die Landsuche. Im dicht besiedelten Kanton Zug kein einfaches Unterfangen. Der Ressortleiter Camping, Leo Annen ist gelernter Bauer und kennt von seiner Tätigkeit als Futtermittelberater im Aussendienst bei der Firma Multiforsa alle Bauern der Stadt Zug. Insbesondere die Landbesitzer und Pächter im Festperimeter, weil er in der Nähe aufgewachsen ist. Dies ist natürlich ein Glücksfall.

«Wir sind bei den Bauern auf offene Ohren gestossen und sind sehr dankbar dafür. Die Lage des Platzes könnte besser nicht sein», freut sich Leo Annen.

Nachdem die Landflächen gefunden und die Verträge unterschrieben waren, ging es an die Grobplanung. Platzerschliessung, sanitäre Anlagen, Entsorgung, Sicherheit, Verkehr und vieles mehr floss ein. Dafür fanden diverse übergreifende Sitzungen mit den involvierten Abteilungen statt. Die Grösse des Campingplatzes entspricht in etwa demjenigen in Burgdorf. Sie haben sich daher stark an das Konzept von Burgdorf anlehnen können.

Neue Wege gingen sie bei der Reservation, welche nur online möglich ist. Bis zur Aufschaltung des Booking-Tools auf der Website brauchte es ein paar Sitzungen. Nun sind sie glücklich, dass es läuft. Der ausgebildete Betriebsökonom Lukas Zahno leistet die administrative Arbeit, worüber seine Kollegen froh sind.

«Es gibt einige Mails zu beantworten. Manchmal nehmen sich die Leute halt nicht die Zeit, die Informationen auf der Website zu lesen», erzählt er.

Die Anfragen für Grosszelte kommen ebenfalls bei ihm rein. Er versuche, wenn immer möglich innerhalb von 24 Stunden zu antworten. Wie alle im OK, leistet er diese Arbeit neben seiner 100%igen Berufstätigkeit.

Effizienz ist auch am Fest ihr Anspruch. Wenn ab Donnerstag die ersten Camper und Zeltler in Zug ankommen, soll die Abwicklung schnell und effizient gehen.

«Wir möchten möglichst wenig Rückstau», erklärt Ernst Iten.

Dafür sorgen soll das codierte Ticket, das mit einem Gerät erfasst und kontrolliert wird. «Wer kein Ticket hat, kommt gar nicht in die Campingeinfahrt rein», so Iten.

Die Drei wissen genau, wie es auf dem Campingplatz funktionieren soll. Es gibt nur etwas, das ihnen etwas Sorgen bereitet. Das Wetter. «Der Boden ist in Seenähe etwas sumpfig, daher können wir keine Nässe gebrauchen», erklärt Annen. «Es wird schön sein, mach dir keine Gedanken», beruhigen in seine Kollegen.

Bildlegende von li nach re: Lukas Zahno, Leo Annen und Ernst Iten

Reservation Campingplatz

Text und Bild: Brigitte Huwyler

Gabenchef mit Herzblut

Der Baarer Kurt Häfliger ist Gabenchef beim ESAF 2019 Zug. Er hat diese Aufgabe nicht gesucht, ist aber stolz, dass er dieses Amt übernehmen durfte. Eine Herkulesaufgabe, die er als erfahrener Gabenchef mit Herzblut meistert, aber, er hätte nicht gedacht, dass der Aufwand so gross sein würde. «Sicher 10-mal mehr als bei einem Teilverbandsfest», schätzt er. Seit einem Jahr wendet der 60jährige zum Teil bis zu 20 Stunden pro Woche für sein Amt auf.

Ihm ist eine persönliche Begegnung mit den Gabenspendern wichtig. Dafür investiert er viel Zeit und reist in der ganzen Schweiz umher.

«Als ich das Amt übernommen habe, habe ich mir auf die Fahne geschrieben, die Gabenspender persönlich kennenzulernen. Ich bin überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt», erzählt Häfliger.

Und seine Erfahrung zeigt, dass dies sehr geschätzt wird. «Es entstehen immer gute Gespräche und ich lerne viele neue und interessante Leute kenne». Sein Arbeitstätigkeit bei der Firma Amstutz in Eschenbach, wo er als Verkaufsleiter tätig ist, lässt diesen grossen Einsatz zu. «Ich bin viel unterwegs, so lassen sich die Besuche teilweise verbinden». Er habe dies mit seinem Chef abgesprochen, aber natürlich gehen auch Ferientage drauf. Für Besuche, für die er einen ganzen Tag unterwegs ist, nimmt er frei.

Schon früh mit Schwing-Virus infiziert

Kurt Häfliger ist seit seiner Kindheit mit dem Schwingsport verbunden. Im Alter von 12 Jahren stand er das erste Mal im Schwingkeller. Mit 23 Jahren hat er die Schwinghosen an den Nagel gehängt und trat ein paar Jahre später dem Vorstand des Schwingclubs Zug und Umgebung bei, wo er 20 Jahre amtete. Viele Jahre war er OK-Präsident des Baarer Abendschwingens und 1989 war er das erste Mal Mitglied eines Gabenkomitees; beim Innerschweizerischen Schwingfest- und Älplerfest in Baar. Von da an war er an jedem Kantonalschwingfest, welches sein Klub organisierte, Gabenchef. 2009 war Baar wieder Durchführungsort des Innerschweizer-Teilverbandfestes. Nach diesem Grossanlass hat er das Zepter einem Jüngeren übergeben. «Dass ich mal Gabenchef an einem Eidgenössischen Schwingfest sein könnte, hätte ich mir damals nicht träumen lassen», meint der Vater von zwei Söhnen.

Erfahrenes Team

Sein Gabenkomitee setzt sich aus den erfahrenen Gabenchefs der vier Zuger Schwingclubs zusammen sowie Helfern für die administrative Arbeit. Sie haben die Zentralschweiz in Regionen aufgeteilt. «Jeder Gabenchef fragt seine treuen Gabenspender an. So können wir sicherstellen, dass niemand vergessen geht». Die überregionalen Gabenspender übernahm Häfliger.

Das Team ist auf gutem Weg.

«Wir haben bald genug Gaben. Wir mussten den Spendern nicht nachrennen, was natürlich Luxus ist», erzählt er mit einem Lachen.

Viele Anfragen kommen auch über die Website rein. Seit einem Jahr sind sie am Sammeln; nun wird es etwas ruhiger. Bald folgt der nächste Schritt; der Einkauf der Preise.

Kurt Häfliger hat sich umgehört, welche Gaben beliebt sind und herausgefunden, dass an einem Eidgenössischen Schwingfest nicht der Geldwert, sondern viel mehr der Erinnerungswert an vorderster Stelle steht. Dies komme daher, dass die Teilnahme an einem Eidg. Schwingfest für viele Schwinger etwas Einmaliges sei, daher bekommt der Preis einen anderen Stellenwert. Das Komitee versucht nun, möglichst viele Gaben zu beschriften, so dass der Schwinger etwas Bleibendes hat. Nach wie vor sind auch traditionelle Preise sehr beliebt. Das Ziel sei es, einen guten Mix im Gabentempel zu haben.

Ab dem 9. August 2019 werden wir den Gabentempel bestaunen können. An diesem Tag ist Gabentempeleröffnung; die Arbeit von Kurt Häfliger und seinem Team wird aber noch längst nicht vorbei sein.

Funktion eines Gabenchefs:
Der Gabenchef steht dem Gabenkomitee vor. Das Team kontaktiert potenzielle Gabenspender, sucht Gabenspender und kauft die Gaben ein. Der Gabenchef organisiert alles, was es braucht, wenn zum Beispiel der Siegermuni oder andere Lebendpreise einen Auftritt haben wie zum Beispiel bei “Ein Jahr vor dem Fest”. Da brauchte es einen Stall, Personal, Tierarzt und vieles mehr. Vor dem Fest richtet das Gabenkomitee mit Helfern den Gabentempel ein und betreut diesen während den zwei Wochen.

Text und Foto: Brigitte Huwyler